„Wir machen das jetzt“

Der Schweizer Schriftsteller Jonas Lüscher ruft dazu auf, europaweit am 13. Oktober auf die Strasse zu gehen – für ein geeintes Europa. Ein Gespräch über erstarkenden Nationalismus, das Klein-Klein des Aktivismus und unnötige Grabenkämpfe.

Ein Freitagmittag im September. Der Schweizer Schriftsteller und Wahl-Münchner Jonas Lüscher steht am Gleis 11 des Hauptbahnhofs von München und wartet auf seinen Mitstreiter, den österreichischen Philosophen Michael Zichy.

Die beiden treffen sich seit einigen Jahren schon regelmässig zu Gesprächen über Politik und den Zustand der Gesellschaft. Vor einigen Wochen entschlossen sie sich, nicht mehr nur zu diskutieren und zu schreiben, sondern aktiv zu werden: Fünf Millionen Europäer sollen am 13. Oktober die Stimme erheben gegen Nationalismus, für ein geeintes, demokratisches und solidarisches Europa.

Weiterlesen bei Swissinfo

Es gibt kein richtiges Leben im München – oder: wie weiter auf dem Viehhof-Areal?

Der Kapitalismus, die alte Wursthaut, macht uns anscheinend allen mal wieder einen Strich durch die Rechnung.

So schien es jedenfalls am Mittwochabend im „404 page not found“ bei einer Diskussion ums Viehhofgelände, den Bahnwärter Thiel, die Sprayer und jene, die einfach nur Freiraum wollen.

Kriegen wir schon irgendwie hin

Zunächst schien es noch, als wären sich doch alle mehr oder weniger einig, nämlich Bahnwärter-Chef Daniel HahnDavid Kammerer, aka Cemnoz, ehemaliger Sachbearbeiter für Street Art und Graffiti bei der Landeshauptstadt München und Johannes Wirthmüller, aka Morefines, outer circle e. V.

Es war klar: Die Sprayer, die berechtigterweise um ihre Flächen auf dem Viehhof fürchten und Daniel Hahn, der mit dem Bahnwärter jetzt für die kommenden fünf Jahre die Fläche mietet, bespielen darf und aber auch für Recht und Ordnung gerade stehen muss, werden schon ein Mit- oder mindestens Nebeneinander finden.

Weiterlesen

Beitragsbild: © Emanuel Weitmann

Aktuelles aus der Schlafstadt: Die CSU hat keinen Bock mehr auf Matthias Lilienthal

Das sorgt gerade über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen: Matthias Lilienthal, seit 2015 Intendant der Kammerspiele, wird das Theater zum Ende seiner Vertragslaufzeit im Sommer 2020 verlassen. Der Grund ist bei der CSU-Stadtratsfraktion zu finden – weil diese voreilig beschlossen hat, eine Verlängerung seines Vertrags nicht zu unterstützen. Somit vermisst der Intendant die nötige Rückendeckung und will die Kammerspiele verlassen.

Wo ist das Problem wirklich?

Die CSU kritisiert vordergründig die zu geringe Auslastung des Theaters von 63 Prozent und beklagt eine „Abo-Misere“. Diese Kritik ist zwar rein zahlenbasiert berechtigt, ignoriert aber einige Umstände. Zum Beispiel, dass die meisten Theater nach einem Intendanz- und Kurswechsel erstmal einige Jahre brauchen, um ihr (neues) Publikum zu finden. Und: An den Kammerspielen hat sich das Publikum tatsächlich verjüngt (was ja an sich schon eine Leistung ist). Dennoch ist es so: es kamen weniger Zuschauer.

Weiterlesen

Beitragsbild © Tien Nguyen The

Unmöglich, diese jungen Leute!

Woran merkt man, dass man alt wird? Man sieht zum ersten Mal ein Jugendphänomen, das man nicht mehr versteht. Unser Kollege (34) verzweifelt an »Cloud Rap« – und fühlt sich an seinen Vater und Punk erinnert.

Jetzt ist es also soweit: Ich bin nicht mehr jung. Endgültig abgezeichnet hat sich das an einem dieser langsamen Tage zwischen den Jahren, an denen ich auf dem Sofa fläzte und mich auf dem Laptop durch Youtube klickte. Die Videoplattform hat vor allem eine bemerkenswerte Charakteristik – neben der Tatsache, dass sie Abermillionen Stunden an Bewegtbild aus aller Welt sammelt: Nämlich, dass sie dem Nutzer erlaubt, durch die Empfehlungen, die neben dem gerade laufenden Video erscheinen, tiefer und tiefer in eine zufällige Nische dieser an Nischen unendlich reichen Welt einzutauchen.

Weiterlesen beim SZ Magazin

Beitragsbild: © Jan Krattiger

Auf geht’s Spezln, jetzt wird bespitzelt!

Liebe Münchnerinnen und Münchner, nehmt euch in Acht: Ab heute ist es möglich, dass vermehrt solche Leute wie den Herrn im Bild oben um die Häuser schleichen seht. Das sind dann aber nicht etwa Spanner, die versuchen durchs Badezimmerfenster einen Blick auf eine/n duschende/n BewohnerIn zu erhaschen, sondern private, ganz legale Bürger-Spitzel.

Zweckentfremdung melden

Seit heute ist nämlich auf der Webseite der Stadt das neue Formular zur Meldung von mutmaßlich zweckentfremdeten Wohnungen online. Da kann jedermann ganz praktisch, nur mit ein paar wenigen Klicks, der Stadt detailliert mitteilen, wo er/sie vermutet, dass jemand seine Wohnung zum Beispiel illegalerweise als AirBnB weitervermietet oder ähnliches.

Dabei gibt es natürlich auch gleich die Funktion, die selbst geschossenen (Handy-)Fotos hochzuladen und man wird gebeten, nebst der genauen Adresse noch weitere Infos zu liefern, wie zum Beispiel den Namen auf dem Klingelschild oder „besondere Fußabtreter“.

Weiterlesen

Beitragsbild: Fabrizio Verrecchia via Unsplash

 

The Folky Side Of Town – Live Session

Am Wochenende vom 27. & 28. Januar spielt im Lustspielhaus und im Vereinsheim die Crème de la Crème der Münchner Folkszene: -Balloon Pilot -The Moonband -Dobré -Jordan Prince -Henny Herz -Antun Opic Band Wir präsentieren den Folk-Weekender und haben zur Einstimmung schon einmal die Musiker zusammengetrommelt für eine gemeinsame, herzerwärmende Version von „Bottom Of The World“ von Tom Waits.

Streit um das Ausweichquartier für den Gasteig: Kommt jetzt der Kompromiss?

Es ist auf den ersten Blick die klassische Geschichte, die wir Journalisten so lieben: David gegen Goliath. Der große, starke, übermächtige (in dieser Geschichte der Gasteig) gegen den Underdog und Sympathieträger (hier: die (Kreativ-)Gewerbler an der Hans-Preißinger-Straße 8).

Aber von vorne.

Was bisher geschah:

Der Gasteig wird nicht abgerissen, sondern ab 2021 für fünf Jahren saniert, das soll insgesamt ca. 450 Millionen Euro kosten (2015 war übrigens noch von 320 Millionen die Rede, aber wir wissen ja wie das ist mit Bauprojekten: billiger werden sie selten im Verlauf der Zeit). Während diesen fünf Jahren brauchen die dort ansäßige Philharmonie, die Volkshochschule, die Musikhochschule und die Stadtbibliothek natürlich einen Ausweich-Standort.

Aber wohin mit so einem Giganten in der dicht bebauten Stadt?

Weiterlesen