Lieber Stadtrat, sollen wir die Wahl einfach gleich ganz abschaffen?

Normalerweise läuft es ja so ab: Man (also die Leute, die sich verdankenswerterweise wirklich den Stress antun und sich in der Kommunalpolitik einsetzen wollen) tritt in eine Partei ein, weil man gewisse Überzeugungen hat, grob eingeordnet irgendwo auf dem politischen Spektrum zwischen Links und Rechts (oder noch ein bisschen weiter rechts, dann ist man in der AfD).

Alle 6 Jahre wählt München den Stadtrat

Dann sollen die stimmberechtigten Münchner*innen kurz in sich gehen, sich die hiesigen Medien etwas genauer anschauen und dann für die nächsten sechs Jahre ihre politischen Repräsentant*innen wählen.

Die Parteizugehörigkeit ist dabei natürlich ein entscheidendes Kriterium, die entsprechenden Parteifarben dazu noch eine einfache Merkhilfe. Die Personen selber, die zur Wahl stehen, kennen wahrscheinlich die wenigsten, wohl aber wofür sie stehen.

In München ist das alles ein bisschen anders

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Aktuelles aus der Schlafstadt: Die CSU hat keinen Bock mehr auf Matthias Lilienthal

Das sorgt gerade über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen: Matthias Lilienthal, seit 2015 Intendant der Kammerspiele, wird das Theater zum Ende seiner Vertragslaufzeit im Sommer 2020 verlassen. Der Grund ist bei der CSU-Stadtratsfraktion zu finden – weil diese voreilig beschlossen hat, eine Verlängerung seines Vertrags nicht zu unterstützen. Somit vermisst der Intendant die nötige Rückendeckung und will die Kammerspiele verlassen.

Wo ist das Problem wirklich?

Die CSU kritisiert vordergründig die zu geringe Auslastung des Theaters von 63 Prozent und beklagt eine „Abo-Misere“. Diese Kritik ist zwar rein zahlenbasiert berechtigt, ignoriert aber einige Umstände. Zum Beispiel, dass die meisten Theater nach einem Intendanz- und Kurswechsel erstmal einige Jahre brauchen, um ihr (neues) Publikum zu finden. Und: An den Kammerspielen hat sich das Publikum tatsächlich verjüngt (was ja an sich schon eine Leistung ist). Dennoch ist es so: es kamen weniger Zuschauer.

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Beitragsbild © Tien Nguyen The

Über Subkultur, Stadtstrand und Leerstand: Interview mit CSU-Stadtratsfraktionschef Manuel Pretzl

Er ist der neue mächtige CSU-Mann im Münchner Stadtrat: Manuel Pretzl. Seit Anfang Jahr steht er an der Spitze der CSU-Fraktion. Grund genug für uns, dem 41-jährigen Stadtpolitiker mal auf den Zahn zu fühlen. Wir haben uns eine Stunde lang mit ihm unterhalten – hier der erste Teil des Gesprächs zu den Themen Kultur, Subkultur und Freiraum.

Das Interview führten Marco Eisenack und Jan Krattiger

Mucbook: Herr Pretzl, fangen wir mal mit dem vermeintlich leichtesten Thema an, mit der Kultur. Der Kulturstrand hat insbesondere in den letzten Wochen hohe Wellen geschlagen. Wie kann man sich denn an einem Strand so verbeißen, dass zwei Fraktionen so aneinandergeraten dass offen über Koalitionsbruch und alles Mögliche diskutiert wird. Wollen sie das als Fraktionsvorsitzender in Zukunft anders lösen?

Manuel Pretzl: Wir sind keine Koalition, sondern es ist eine Kooperation gemeinsam mit der SPD. Da lösen wir sehr viele, sehr große Probleme auch im kulturellen Bereich. Wir stoßen da viel an und es steht uns auch noch viel bevor, was wir alles sehr gut miteinander besprechen und auch geräuschlos und zum Wohl der Stadt machen.

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