Bitte keine Panikmache per Lautsprecher, OB Reiter

***Update*** Wie wir von verschiedener Seite hören und lesen, werden die Ansagen mittlerweile auch auf Englisch gemacht. Dafür sagen wir Danke! ***

Seit Mitternacht ist München eine andere Stadt. Denn seit Mitternacht gelten hier neue Regeln des Zusammenlebens, und das ist gut so. Es geht darum, dass wir alle etwas beitragen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Ausgangsbeschränkungen heißen diese Regeln auf Beamtendeutsch – was die genau beinhalten, kannst du hier nachlesen.

Das unterstützen wir alle nach Kräften.

Wir bleiben zuhause und gehen nur für die allernötigsten Besorgungen nach Draußen. Wir gehen aber auch nach draußen, um alleine oder mit Partner*in zu Spazieren, um Sport zu treiben und frische Luft zu schnappen. Das ist explizit erlaubt. Weil wir bis auf weiteres unter diesen neuen Umständen leben müssen und wir auch darauf schauen müssen, dass unsere körperliche und seelische Gesundheit erhalten bleibt. Ministerpräsident Söder hat dies in seiner Ankündigung gestern Freitag ausdrücklich erwähnt.

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Kommunalwahl: „München ist bunt, aber der neue Stadtrat nicht“

So schreibt es der Migrationsbeirat München heute auf Facebook und macht damit auf eine Tatsache aufmerksam, die uns auch schon vor den Wahlen beschäftigt hat: 45 Prozent der Münchner*innen haben einen sogenannten Migrationshintergrund (was dieser problematische Begriff konkret meint, und dass er oft zum Beispiel schlicht Deutsche meint, die hier geboren sind, ist eine Diskussion, die dringend geführt werden muss, die an der Stelle aber zu weit führt).

Zwei von 80 Stadträt*innen

Im frisch gewählten Stadtrat aber gibt es genau zwei gewählte Mitglieder (1x bei den Grünen, 1x bei der SPD), die einen nicht deutsch klingenden Namen tragen. Das entspricht einem Anteil von 2,5 Prozent.

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Lieber Stadtrat, sollen wir die Wahl einfach gleich ganz abschaffen?

Normalerweise läuft es ja so ab: Man (also die Leute, die sich verdankenswerterweise wirklich den Stress antun und sich in der Kommunalpolitik einsetzen wollen) tritt in eine Partei ein, weil man gewisse Überzeugungen hat, grob eingeordnet irgendwo auf dem politischen Spektrum zwischen Links und Rechts (oder noch ein bisschen weiter rechts, dann ist man in der AfD).

Alle 6 Jahre wählt München den Stadtrat

Dann sollen die stimmberechtigten Münchner*innen kurz in sich gehen, sich die hiesigen Medien etwas genauer anschauen und dann für die nächsten sechs Jahre ihre politischen Repräsentant*innen wählen.

Die Parteizugehörigkeit ist dabei natürlich ein entscheidendes Kriterium, die entsprechenden Parteifarben dazu noch eine einfache Merkhilfe. Die Personen selber, die zur Wahl stehen, kennen wahrscheinlich die wenigsten, wohl aber wofür sie stehen.

In München ist das alles ein bisschen anders

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Neues von der Glyptotheke

Nur wenige Wochen ist es her, da waren sich alle einig – Parteien von links bis rechts und auch die Medien, die die Geschichte aufgriffen (auch wir berichteten):

Eine Alternative muss her für die beliebten Stufen vor der Glyptothek, die wegen der Bauarbeiten und des dazugehörigen Bauzauns inkl. Stacheldraht nicht mehr benutzbar sind.

Eine Gruppe von Architekturstudenten hatte die zündende Idee: die „Glyptotheke“, also dem Bauzaun vorgelagerte Stufen, sollte bereits zu den ersten ernstzunehmenden Sonnenstrahlen im Mai verwirklicht werden. Der Bezirksausschuss (BA), das Baureferat und auch die Leitung der Glyptothek zeigten großes Interesse.

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Beitragsbild: © Anna Kirchhofer

„Multikulturelle Heuschreckenschwärme“: Christian Ude und Thea Dorn im Gespräch über deutsche Kultur

Es waren eigentlich gleich zwei alte weisse Männer, die sich da am Dienstagabend im Einstein 28 auf der Bühne gegenüber saßen:

Einmal Christian Ude, unser aller Alt-OB (SPD) und Gastgeber, der wöchentlich zum Polit-Talk an der Volkshochschule lädt und rein biologisch diese Kriterien erfüllt (zum inhaltlichen kommen wir gleich).

Zu seiner Linken die Schriftstellerin und Philosophin Thea Dorn, die mit ihrem neusten Buch „deutsch, nicht dumpf“ (Knaus 2018) den „aufgeklärten Patrioten“ (was auch immer das sein mag, vielleicht finden wir es noch raus) einen Leitfaden in Sachen Patriotismus und Heimatliebe an die Hand geben möchte.

Dorn passt mit ihren Thesen und Vorschlägen gut ins Schema „alter weisser Mann“, sind sie doch vor allem Ausdruck einer Sorge um aktuelle gesellschaftliche Veränderungen: Sie diagnostiziert eine „Krise des Wir“ und wünscht sich einen „Rahmen, in dem ich als Mensch noch Mensch sein kann.“

Alles ändert sich und alles ist schlimm, schlimm, schlimm.

Es beginnt ein rund zweistündiges und ziemlich einstimmiges Klagelied, von dem man einige Strophen schon längst in- und auswendig kennt:

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Beitragsbild: © MVHS/Alescha Birkenholz

„Wir machen das jetzt“

Der Schweizer Schriftsteller Jonas Lüscher ruft dazu auf, europaweit am 13. Oktober auf die Strasse zu gehen – für ein geeintes Europa. Ein Gespräch über erstarkenden Nationalismus, das Klein-Klein des Aktivismus und unnötige Grabenkämpfe.

Ein Freitagmittag im September. Der Schweizer Schriftsteller und Wahl-Münchner Jonas Lüscher steht am Gleis 11 des Hauptbahnhofs von München und wartet auf seinen Mitstreiter, den österreichischen Philosophen Michael Zichy.

Die beiden treffen sich seit einigen Jahren schon regelmässig zu Gesprächen über Politik und den Zustand der Gesellschaft. Vor einigen Wochen entschlossen sie sich, nicht mehr nur zu diskutieren und zu schreiben, sondern aktiv zu werden: Fünf Millionen Europäer sollen am 13. Oktober die Stimme erheben gegen Nationalismus, für ein geeintes, demokratisches und solidarisches Europa.

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Es gibt kein richtiges Leben im München – oder: wie weiter auf dem Viehhof-Areal?

Der Kapitalismus, die alte Wursthaut, macht uns anscheinend allen mal wieder einen Strich durch die Rechnung.

So schien es jedenfalls am Mittwochabend im „404 page not found“ bei einer Diskussion ums Viehhofgelände, den Bahnwärter Thiel, die Sprayer und jene, die einfach nur Freiraum wollen.

Kriegen wir schon irgendwie hin

Zunächst schien es noch, als wären sich doch alle mehr oder weniger einig, nämlich Bahnwärter-Chef Daniel HahnDavid Kammerer, aka Cemnoz, ehemaliger Sachbearbeiter für Street Art und Graffiti bei der Landeshauptstadt München und Johannes Wirthmüller, aka Morefines, outer circle e. V.

Es war klar: Die Sprayer, die berechtigterweise um ihre Flächen auf dem Viehhof fürchten und Daniel Hahn, der mit dem Bahnwärter jetzt für die kommenden fünf Jahre die Fläche mietet, bespielen darf und aber auch für Recht und Ordnung gerade stehen muss, werden schon ein Mit- oder mindestens Nebeneinander finden.

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Beitragsbild: © Emanuel Weitmann

Aktuelles aus der Schlafstadt: Die CSU hat keinen Bock mehr auf Matthias Lilienthal

Das sorgt gerade über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen: Matthias Lilienthal, seit 2015 Intendant der Kammerspiele, wird das Theater zum Ende seiner Vertragslaufzeit im Sommer 2020 verlassen. Der Grund ist bei der CSU-Stadtratsfraktion zu finden – weil diese voreilig beschlossen hat, eine Verlängerung seines Vertrags nicht zu unterstützen. Somit vermisst der Intendant die nötige Rückendeckung und will die Kammerspiele verlassen.

Wo ist das Problem wirklich?

Die CSU kritisiert vordergründig die zu geringe Auslastung des Theaters von 63 Prozent und beklagt eine „Abo-Misere“. Diese Kritik ist zwar rein zahlenbasiert berechtigt, ignoriert aber einige Umstände. Zum Beispiel, dass die meisten Theater nach einem Intendanz- und Kurswechsel erstmal einige Jahre brauchen, um ihr (neues) Publikum zu finden. Und: An den Kammerspielen hat sich das Publikum tatsächlich verjüngt (was ja an sich schon eine Leistung ist). Dennoch ist es so: es kamen weniger Zuschauer.

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Beitragsbild © Tien Nguyen The

Unmöglich, diese jungen Leute!

Woran merkt man, dass man alt wird? Man sieht zum ersten Mal ein Jugendphänomen, das man nicht mehr versteht. Unser Kollege (34) verzweifelt an »Cloud Rap« – und fühlt sich an seinen Vater und Punk erinnert.

Jetzt ist es also soweit: Ich bin nicht mehr jung. Endgültig abgezeichnet hat sich das an einem dieser langsamen Tage zwischen den Jahren, an denen ich auf dem Sofa fläzte und mich auf dem Laptop durch Youtube klickte. Die Videoplattform hat vor allem eine bemerkenswerte Charakteristik – neben der Tatsache, dass sie Abermillionen Stunden an Bewegtbild aus aller Welt sammelt: Nämlich, dass sie dem Nutzer erlaubt, durch die Empfehlungen, die neben dem gerade laufenden Video erscheinen, tiefer und tiefer in eine zufällige Nische dieser an Nischen unendlich reichen Welt einzutauchen.

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Beitragsbild: © Jan Krattiger

Auf geht’s Spezln, jetzt wird bespitzelt!

Liebe Münchnerinnen und Münchner, nehmt euch in Acht: Ab heute ist es möglich, dass vermehrt solche Leute wie den Herrn im Bild oben um die Häuser schleichen seht. Das sind dann aber nicht etwa Spanner, die versuchen durchs Badezimmerfenster einen Blick auf eine/n duschende/n BewohnerIn zu erhaschen, sondern private, ganz legale Bürger-Spitzel.

Zweckentfremdung melden

Seit heute ist nämlich auf der Webseite der Stadt das neue Formular zur Meldung von mutmaßlich zweckentfremdeten Wohnungen online. Da kann jedermann ganz praktisch, nur mit ein paar wenigen Klicks, der Stadt detailliert mitteilen, wo er/sie vermutet, dass jemand seine Wohnung zum Beispiel illegalerweise als AirBnB weitervermietet oder ähnliches.

Dabei gibt es natürlich auch gleich die Funktion, die selbst geschossenen (Handy-)Fotos hochzuladen und man wird gebeten, nebst der genauen Adresse noch weitere Infos zu liefern, wie zum Beispiel den Namen auf dem Klingelschild oder „besondere Fußabtreter“.

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Beitragsbild: Fabrizio Verrecchia via Unsplash